In den Jahren, die seit seiner Eröffnung 1997 vergangen sind, hat das Museum Kurhaus Kleve – Ewald Mataré-Sammlung einen exzellenten Platz in der deutschen Museumslandschaft erobern können. Seine über 50 Ausstellungen moderner und zeitgenössischer Kunst, der Aufbau einer bedeutenden eigenen Sammlung vom Mittelalter bis heute sowie die konsequente Verbindung von lokaler Geschichte mit internationaler Gegenwart sorgten nicht nur für überregionale Aufmerksamkeit, sondern führten auch zur Auszeichnung „Museum des Jahres 2004“ durch die deutschen Kunstkritiker.
Das Museum ist untergebracht im ehemaligen Kurhaus von „Bad Cleve“ und liegt inmitten der barocken Parkanlagen des Fürsten Johann Moritz von Nassau-Siegen. Bis 2006 war in dem westlichen Teil des Gebäudekomplexes, dem „Friedrich-Wilhelm-Bad“, das Stadtarchiv untergebracht. Im Erdgeschoss hatte Joseph Beuys acht Jahre lang, von 1957 bis 1964, ein Atelier, in dem er seinen ersten großen Auftrag, das Mahnmal für die Toten der Weltkriege, in Büderich schuf. Darüber hinaus arbeitete er hier an vielen wichtigen, zukunftweisenden Werken.
Das Museum soll nun um das Friedrich-Wilhelm-Bad erweitert werden – ein Vorhaben, das in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege erfolgt. Die Planung liegt in Händen von Professor Walter Nikkels, der auch die Entwürfe für die viel gerühmten ersten Bauabschnitte des Museum Kurhaus Kleve lieferte. Im Zentrum der Konzeption steht die Wiederherstellung des Ateliers von Joseph Beuys, das in besonderer Weise an den größten Sohn der Stadt erinnern soll. Darüber hinaus ist ein Saal für die Sammlung mittelalterlicher Skulptur vorgesehen, der auch für Kammerkonzerte geeignet ist.
Weitere Kabinette nehmen u.a. die graphische Sammlung Angerhausen sowie das Werk des Klever Malers und frühen Beuys-Freundes Hanns Lamers auf. Entscheidend ist schließlich die Wiederherstellung der repräsentativen zweiläufigen Treppe, die ursprünglich das Erdgeschoss mit der Beletage und ihren eleganten Sälen verband. Mit der denkmalgerechten Restaurierung und behutsamen Erweiterung des Friedrich-Wilhelm-Bades wird die Verwandlung des ehemaligen Klever Kurhauses in ein Museum abgeschlossen.
Die Stadt erhält das wichtigste architektonische Zeugnis aus der Blütezeit von „Bad Cleve“ zurück – und den Ort, an dem Beuys zu dem wurde, der er war. Das Land NRW hat sich bereit erklärt, die Hälfte der Baukosten in Höhe von ca. 2,9 Mio. Euro zu tragen. Die Stadt Kleve schultert ebenfalls einen wesentlichen Anteil. Trotzdem bleibt ein erheblicher Betrag offen.
Der Freundeskreis Museum Kurhaus und Koekkoek-Haus Kleve e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Finanzierungslücke zu schließen und damit das Projekt zum Erfolg zu führen. Er ruft zu einer großen Spendenaktion für die Restaurierung und den Umbau des Friedrich-Wilhelm-Bades auf. Er bittet nicht nur alle seine Mitglieder, sondern auch die Bürger unserer Stadt und die Besucher unseres Museums, dieses große Vorhaben zu unterstützen.
Restaurierung und Umbau des Friedrich-Wilhelm-Bades mit dem Atelier von Joseph Beuys markieren die Vollendung des Museum Kurhaus Kleve.
Bauen Sie mit!