Museum Kurhaus / Kleve

Ewald Mataré Sammlung


Zeitgenössische Sammlung

Die Sammlung zeitgenössischer Kunst ist in relativ kurzer Zeit entstanden und schnell gewachsen. Zu verdanken ist das dem Engagement privater Mäzene und des Freundeskreises Museum Kurhaus und Koekkoek-Haus Kleve e.V. sowie der Förderung durch die Kunststiftung NRW und das Ministerium für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport des Landes NRW. In vieler Hinsicht entwickelte die Sammlung sich parallel mit dem Ausstellungsprogramm, das neben arrivierten und bereits klassischen Positionen immer wieder auch junge Künstler vorstellt. Die Sammlung setzt ein bei den Schülern Ewald Matarés, unter denen Joseph Beuys herausragt.

Beuys ist dem Haus auch biographisch eng verbunden, denn zwischen 1957 und 1964 hatte er im ehemaligen Kurhaus sein Atelier und schuf etwa Werke wie das monumentale Eichenkreuz und das Tor für das Ehrenmal im alten Kirchturm in Meerbusch-Büderich. In 2008-10 wurde die groß angelegte Rückführung seines Ateliers in diesen Zeitabschnitt realisiert.

Die Kunst der 1960er und 1970er Jahre ist in exemplarischen Arbeiten u.a. von Gerhard Richter, Günther Uecker, Yves Klein, Christo, Arman und Cy Twombly vertreten.

Eine Reihe international renommierter Künstler der Gegenwart hat Werke eigens für das Museum Kurhaus Kleve geschaffen. Richard Long antwortet mit seiner 30 m langen Bodenarbeit „Midsummer Flint Line“ (2001) auf die architektonische Gestalt der Galerie an der Rückseite des Gebäudes. Lothar Baumgarten fragt mit seiner Wandzeichnung „Fiederzwenke“ (1996/97) nach dem Verhältnis von Kunst und Natur, die sich an diesem von Parkanlagen umgebenen Ort geradezu aufdrängt. Und Niele Toroni hat das Gebäude innen wie außen an mehreren Stellen mit seinen charakteristischen regelmäßigen Pinselabdrücken markiert.

Weitere Höhepunkte der Sammlung sind Arbeiten auf Papier von Mario Merz und Richard Serra, Kunstwerke von Giuseppe Penone und eine Gruppe monumentaler Holzschnitte und Gemälde des Schweizer Malers und Graphikers Franz Gertsch.

Breiten Raum nimmt die Photographie ein, die seit den 1980er Jahren international einen rasanten Aufstieg erlebte. Hervorzuheben sind neben den Repräsentanten der „Düsseldorfer Schule“, wie Andreas Gursky, Axel Hütte, Thomas Ruff und Thomas Struth, das Schweizer Künstlerduo Peter Fischli / David Weiss und der Kanadier Jeff Wall.

Die neueren und neuesten Entwicklungen in Malerei und Skulptur werden vergegenwärtigt etwa durch Werke u.a. von Stephan Balkenhol, Martin Creed, Katharina Fritsch, Paloma Varga Weisz und Thomas Schütte, von Günther Förg, Michael van Ofen und Dirk Skreber.

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Joseph Beuys, Porträtbüste, 1947 © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Dirk Skreber, Gladys, 1999 © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Stephan Balkenhol, Vier Männerakte auf Stämmen, 1998 © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Paloma Varga Weisz, Galgenfigur, gehängt, 2003-04 (Detail) © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
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