Museum Kurhaus / Kleve

Ewald Mataré Sammlung




Sonderangebot

Lucinda Devlin
Water Rites


Leider vergriffen!

112 Seiten mit zahlreichen Farbabbildungen
Erscheinungsjahr 2003
ISBN 3-923791-29-1
Statt bisher 25,- € nur noch

Hrsg.: Susanne Breidenbach anlässlich der Ausstellung „Lucinda Devlin: Water Rites“ im Museum Kurhaus Kleve – Ewald Mataré-Sammlung, 20. Juli - 5. Oktober 2003
Beitrag von Michael Mackenzie
(Deutsch / Englisch)

Die amerikanische Photographin Lucinda Devlin entdeckt überraschende symbolische Ebenen in der Architektur deutscher Kurorte und verarbeitet ihre Eindrücke in menschenleeren und distanziert wirkenden, aber farblich stilvoll komponierten Innenansichten. Dabei wählt sie stets das Format einer 6 x 6cm-Kamera.

Ihre Werke sind einheitlich schön in ihrer Klarheit und Ordnung, sie strahlen eine kühle Strenge aus und sind stets unaufdringlich und schlicht. Sie benützt ausschließlich vorhandenes Licht und einen einheitlich scharfen Fokus, dadurch löscht sie in ihren Photographien die unmittelbar sichtbaren Spuren ihrer eigenen Handschrift richtiggehend aus.

Ihre Arbeit lässt sich in drei Phasen aufteilen: In der ersten widmet sie sich der Architektur des 19. Jahrhunderts mit ihren hohen gekachelten Räumen und den Apparaturen aus Gusseisen und Edelstahl. Daran schließt die Phase der kühlen klinischen Räume der Gesundheitsindustrie der Nachkriegszeit an, und zuletzt beschäftigt sie sich mit Räumen, die Eishöhlen nachempfunden sind oder arabischen Oasen, und die auf überraschende Weise den Phantasiezimmern amerikanischer Hotels aus der Serie „Pleasure Ground“ ähneln. Sie verzichtet in ihren Werken bewusst auf die Darstellung von Menschen, um sich ausschließlich auf diese unheimlich anmutenden Orte zu konzentrieren, die für kranke, schwache und von chronischen Schmerzen geplagte Menschen konzipiert wurden. Sie zeigt einen technologischen Blick auf diese institutionellen Räume des Heilens, die dadurch jedoch bedrohlich und sogar feindselig wirken.

Mit dem Titel „Water Rites“ spielt Devlin einerseits eindeutig auf alte Rituale des Heilens und auf zeitgenössische Wellness-Rituale rund um das Wasser an, andererseits assoziiert sie damit aber auch eine Art von „Nutzungsrecht“. Diese Bezeichnung ist charakteristisch für die Namen, die Devlin ihren Serien zu geben pflegt.

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